Kleine Lektionen, grosse Träume

Chanchal Mathur ist 25 Jahre alt und lebt in Gurugram als Hausfrau. Sie kümmert sich um ihre beiden Söhne Manvic, fünf Jahre alt, und Gyanshu, drei Jahre alt.
Ihre Familie zog von Agra in Uttar Pradesh nach Gurugram, weil ihr Mann dort Arbeit fand. Er hat die 12. Klasse abgeschlossen und arbeitet heute als Lieferfahrer für verschiedene Unternehmen. Jeden Tag fährt er um 6 Uhr morgens mit seinem Motorrad los und kommt erst am späten Nachmittag zurück.
«Da er den grössten Teil des Tages unterwegs ist, kümmere ich mich zu Hause um alles», erklärt Chanchal.
Sie wollte ihre Söhne gerne im PoF-Programm von Humana anmelden, vor allem weil es kostenlos ist und ihre Kinder noch zu jung für die staatliche Schule sind. Als sie jedoch zum ersten Mal ins Büro kam, wurde ihr gesagt, dass die Jungen ohne gültige Identitätsdokumente nicht registriert werden könnten.
«Ich war besorgt», erinnert sie sich. «Ich wusste nicht, wie ich den Prozess abschliessen sollte.»
Khakan, der Samarth- und Computerlehrer, half der Familie. Er begleitete sie zum Verwaltungsbüro und unterstützte sie dabei, die notwendigen Dokumente zu erhalten. Obwohl er kein PoF-Lehrer ist, kennen die Jungen ihn gut, und Chanchal ist ihm sehr dankbar für seine Hilfe.
Seit Manvic am PoF-Programm teilnimmt, hat Chanchal bemerkenswerte Veränderungen an ihm beobachtet. «Ich habe nicht immer Zeit, beide Söhne zu Hause zu unterrichten», sagt sie, «aber jetzt kommt Manvic mit so viel praktischem Wissen nach Hause.»
Es geht nicht nur um neue Wörter oder Zahlen. Er sagt zu Hause «Good morning», weiss, wie man Schuhe bindet, und putzt seine Zähne richtig. «Er lernt schneller, als ich erwartet habe», sagt sie stolz. «Er stellt Fragen, nutzt seine Fantasie und bringt sogar seinem kleinen Bruder etwas bei.»
Jeden Tag macht sich Manvic freudig bereit, zum Unterricht zu gehen. «Er wartet darauf, dass es Zeit ist», sagt Chanchal lächelnd. «Das zeigt mir, dass er es wirklich liebt.»
Sie schätzt die Unterrichtsmethode und die Ermutigung, die ihr Sohn erhält. Inspiriert durch das Programm nimmt sie nun an Eltern-Lehrpersonen-Treffen und Gesundheitsveranstaltungen teil.
«Ich fühle mich als Teil einer Gemeinschaft», sagt sie. «Ich habe andere Familien kennengelernt und Freundschaften geschlossen.»
Für Chanchal hat das Programm nicht nur ihren Kindern Türen geöffnet, sondern auch ihr selbst. «Ich hoffe, dass ich diese Motivation eines Tages nutzen kann, um selbst mehr zu lernen, vielleicht sogar zu arbeiten und meinen Mann zu unterstützen», sagt sie. «Im Moment bin ich glücklich, wenn ich sehe, wie meine Söhne mit Selbstvertrauen wachsen.» Durch die Bildung ihrer Kinder beginnt auch Chanchals eigenes Gefühl von Möglichkeiten zu wachsen.






