Von Angst zu Heilung: Die Geschichte von Malkhan und Indervati

Im April 2025 kam Veena, die Community Mobiliserin von Humana in Chakkarpur, bei einem routinemässigen Hausbesuch zu Malkhan und seiner Frau Indervati. Was zunächst wie eine normale Abklärung wirkte, sollte den Verlauf ihres Lebens verändern.
Seit Wochen fühlte sich Malkhan ungewöhnlich schwach. «Ich verstand nicht, was mit meinem Körper passierte», erinnert er sich. «Ich war einfach die ganze Zeit müde.»
Das Paar hatte bereits einen privaten Arzt aufgesucht und 1’000 Rupien für eine Konsultation bezahlt, zusätzlich zu weiteren Ausgaben für Bluttests und Medikamente, die nichts mit Tuberkulose (TB) zu tun hatten. Malkhan nahm diese Medikamente mehr als 15 Tage lang ein. Sein Zustand verbesserte sich nicht.
«Als Veena kam und über TB sprach, konnte ich es nicht glauben», sagt Indervati. «Daran hatten wir nie gedacht. Und ich wusste nicht, dass die Behandlung kostenlos sein kann.»
Obwohl sie unsicher waren, erklärten sie sich bereit, mit Veena für eine genaue Untersuchung ins Spital zu gehen. Als die Diagnose Tuberkulose bestätigt wurde, war Indervati schockiert. «Ich dachte, TB sei wie Krebs – etwas, das man nicht heilen kann», gibt sie zu.
Das Humana-Team und die TB-Fachpersonen versicherten ihnen, dass Malkhan mit Vertrauen und konsequenter Behandlung gesund werden könne. Nach und nach verwandelte sich ihre Angst in Hoffnung.
Sie wurden angewiesen, Abstand zu halten und Masken zu tragen, um andere zu schützen – ohne sich dafür zu schämen oder sich isoliert zu fühlen. Glücklicherweise infizierte sich niemand sonst in der Familie oder im Umfeld.
Auch die finanzielle Entlastung war wichtig. «Wir bezahlten nur fünf Rupien für die Registrierung», erklärt Indervati. «Nachdem wir zuvor so viel ausgegeben hatten, war das kaum zu glauben.»
Mit Unterstützung des HPPI-Projekts wurde Malkhan im staatlichen TB-Nachverfolgungssystem registriert. Veena begleitete ihn zum medizinischen Zentrum, wann immer Medikamente benötigt wurden, machte drei Hausbesuche pro Monat, stellte von einer Ernährungsfachperson empfohlene Nahrungsmittel bereit und hielt telefonisch regelmässig Kontakt, um seine Genesung zu begleiten.
Neun Monate lang hielt die Familie konsequent an der Behandlung fest. Schliesslich wurde Malkhan negativ getestet und schloss seine Therapie erfolgreich ab.
«Alleine wäre es sehr schwer für mich gewesen», sagt Indervati. «Ich musste mich um meinen Mann und unsere drei Kinder kümmern, besonders als er zu schwach war, um zu arbeiten.» Heute spricht sie mit Erleichterung. «An einem Punkt verlor ich fast die Hoffnung. Aber langsam wurde er wieder stärker.»
Inspiriert durch ihre Erfahrung setzt sich Indervati nun dafür ein, das Stigma rund um Tuberkulose abzubauen. Sie erzählt offen ihre Geschichte und beruhigt andere, dass die Krankheit heilbar ist. Bereits jetzt steht sie mit einer weiteren Person in Chakkarpur in Kontakt, die sich derzeit in Behandlung befindet, und macht ihr Mut aus eigener Erfahrung.
Was mit Angst und Unsicherheit begann, wurde zu Heilung, Aufklärung und gegenseitiger Unterstützung – eine Erinnerung daran, dass Genesung mit der richtigen Hilfe möglich ist.






