Vom Struggle in der Schule zum Erfolg auf Staatsebene

Kriti ist 13 Jahre alt und nimmt seit rund neun Monaten am Samarth-Programm teil. «Ich lebe mit meinen Eltern und meinen Geschwistern. Wir sind drei Schwestern und ein jüngerer Bruder», erzählt sie lächelnd. Ihre älteste Schwester ist 17 Jahre alt, danach kommt Kriti, dann ihre 11-jährige Schwester und schliesslich ihr 4-jähriger Bruder. Auch ihr jüngerer Bruder ist mit dem Zentrum verbunden, in dem die Samarth-Klassen stattfinden; er besucht dort die Vorschule.

«Meine ältere Schwester nahm früher an Green-Action-Aktivitäten im Zentrum teil. Als sie vom Samarth-Programm hörte, fragte sie, ob auch ich teilnehmen könnte. So begann mein Weg», erinnert sich Kriti.

Obwohl Kriti in der Schule immer gute Noten erzielte, bemerkte sie schnell Unterschiede in der Art des Unterrichts. «In der Schule bin ich gut, aber die Art, wie unterrichtet wird, ist ganz anders», erklärt sie. In einer Klasse mit rund 200 Schülerinnen und Schülern bleibt wenig Raum für individuelle Betreuung. «Die Lehrpersonen beantworten Fragen, aber es bleibt nicht immer Zeit für ausführliche Erklärungen. Ich sage nicht, dass die Schule schlecht ist – es ist einfach schwierig, persönliche Aufmerksamkeit zu bekommen.»

Kriti kam vor allem zu Samarth, weil sie Mühe mit Englisch hatte. «Es ist immer noch eine Herausforderung für mich, aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich mich verbessert habe», sagt sie stolz. Die geduldigen Erklärungen und praktischen Beispiele der Lehrpersonen im Zentrum halfen ihr, Inhalte besser zu verstehen.

Im Zentrum erlebt Kriti eine andere Atmosphäre. Sie beschreibt sie mit Wärme: «Hier erklärt die Lehrerin jedes Thema sorgfältig, und wir können frei Fragen stellen. Das motiviert mich, jeden Tag zu kommen.» Sie schätzt die unterstützende Umgebung, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler sowie die interaktive Art des Lernens. Kreative Einheiten wie Zeichnen bereichern ihren Alltag – Möglichkeiten, die sie in der Schule kaum erlebt.

«Besonders liebe ich die Debatten», sagt Kriti begeistert. «Sie geben mir die Möglichkeit, mich auszudrücken und meine Gedanken zu teilen.» Mit der Zeit haben diese Aktivitäten ihr Selbstvertrauen gestärkt. Früher war sie schüchtern, heute spricht sie deutlich leichter vor anderen.

Mathematik ist ihr Lieblingsfach, und die zusätzlichen Klassen waren besonders während Prüfungszeiten hilfreich. «Das erste Mal kam ich zwischen zwei Schulprüfungen ins Zentrum, und es machte alles viel einfacher», erinnert sie sich. Heute ist sie die Drittbeste ihrer Klasse und beteiligt sich aktiv am Unterricht.

Besonders stolz ist Kriti darauf, dass sie sich gemeinsam mit fünf weiteren Samarth-Schülerinnen und -Schülern der 8. Klasse für die erste Runde des Haryana State Level Competition qualifiziert hat. «Jetzt warte ich auf die Ergebnisse der zweiten Prüfung», sagt sie. «Das macht mich stolz und motiviert mich, noch härter zu arbeiten.»

Eine ihrer schönsten Erinnerungen im Zentrum war die Vorbereitung einer Theateraufführung zu einem technologischen Thema. «Ich habe alles daran genossen – die Organisation, die Proben und die Zusammenarbeit im Team», erzählt sie. Auch wenn die Aufführung nicht vor einem grossen Publikum gezeigt wurde, stärkte diese Erfahrung ihr Selbstvertrauen.

Für die Zukunft hat Kriti ein klares Ziel. «Mein Traum ist es, eines Tages zur Polizei zu gehen. Ich weiss, dass das Disziplin und harte Arbeit erfordert, aber ich bin bereit.» Dieser Traum ist auch eng mit den Hoffnungen ihres Vaters verbunden. «Es ist nicht nur mein Traum, sondern auch der meines Vaters. Wenn ich es schaffe, erfülle ich seinen Traum und meinen.»

Ihr Vater spielt eine aktive Rolle in ihrer Bildung. Er kontrolliert regelmässig ihre Schulaufgaben und verfolgt ihre Fortschritte im Samarth-Programm aufmerksam. Er nimmt an den monatlichen Elterntreffen im Zentrum teil und schätzt den konstanten Austausch mit den Lehrpersonen. Obwohl es in der Gegend viele NGOs gibt, vertraut er HPPI aufgrund der Erfahrung und der strukturierten Arbeitsweise.

«Ich komme aus einer liebevollen Familie, in der Bildung sehr wichtig ist», sagt Kriti. «Meine Eltern wollen das Beste für uns, damit wir eine bessere Zukunft haben.» Durch ihren Weg mit Samarth ist Kriti nicht nur schulisch, sondern auch persönlich gewachsen. «Hier fühle ich mich ermutigt. Hier fühle ich mich fähig», sagt sie ruhig und selbstbewusst. Schritt für Schritt kommt sie ihrem Traum näher.

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