Thun Myat Yati – Eine Geschichte von Überleben, Fürsorge und Hoffnung

Thun Myat Yati ist ein siebenjähriges Mädchen aus Shwe Pyi Thar Township, einem der grössten Slumgebiete von Yangon in Myanmar. Ihr Leben war bereits in sehr jungen Jahren von schweren Herausforderungen geprägt.
Als sie erst ein Jahr alt war, starb ihr Vater. Vor seinem Tod wurde der Familie mitgeteilt, dass er an HIV erkrankt war. Nach seinem Tod blieb Thun mit ihrer Mutter zurück. Zu diesem Zeitpunkt waren weder sie noch ihre Mutter getestet worden, und beide wussten nichts von einer möglichen lebenslangen chronischen Erkrankung.
Als Thun ungefähr zwei Jahre alt war, bemerkte ihre Mutter, dass ihre Beine schwächer wurden, obwohl Thun mit gesunden Beinen geboren worden war. Trotz ihrer Versuche, medizinische Hilfe zu suchen, blieb die Mutter verunsichert und ohne klare Antworten. Zusammen mit extremer finanzieller Not wurde die Situation für sie überwältigend. An einem Punkt war sie so verzweifelt, dass sie daran dachte, sich das Leben zu nehmen. Durch die Unterstützung hilfsbereiter Nachbarn wurde sie jedoch in unsere Klinik gebracht.
In der Klinik wurden Thun Myat Yati und ihre Mutter schliesslich getestet und beide mit HIV diagnostiziert. Seitdem erhalten sie kostenlose lebenslange Behandlung für ihre Erkrankung sowie regelmässige Beratungsgespräche, um die psychische Gesundheit der Mutter zu unterstützen.
Im Jahr 2022 wurde Thun eines unserer Patenkinder. Zur gleichen Zeit hatte die Familie keinen festen Wohnort, weshalb unser Team sie mit einer vorübergehenden Unterkunft unterstützte. Ab diesem Zeitpunkt erhielt Thun umfassende Hilfe, darunter monatliche Lebensmittelpakete mit nahrhaften Produkten sowie vollständige Unterstützung für ihre Schulbildung.
Auch ihre medizinische Versorgung wurde über die HIV-Behandlung hinaus erweitert. Aufgrund ihrer Beinprobleme erhielt sie 2023 mit Unterstützung der SANNI Foundation eine Gehorthese. Zudem wurde sie an ein Rehabilitationszentrum für Menschen mit Behinderungen angebunden, wo sie weiterhin Physiotherapie, Übungsanleitungen, Anpassungen ihrer Gehorthese und wichtige Hilfsmittel für ihre Mobilität erhält – darunter eine Toilettenhilfe und einen Gehstock mit vier Standfüssen.
Im Jahr 2023 begannen Thun und ihre Mutter, ein kleines Zuhause zu mieten. Während ihrer Zeit in der vorübergehenden Unterkunft hatte die Mutter durch das Waschen von Kleidung in der Nachbarschaft etwas Geld sparen können. Mit zusätzlicher Unterstützung für eine kleine einkommensschaffende Tätigkeit – den Verkauf von getrocknetem Fisch, gefördert durch die SANNI Foundation – konnte die Familie eine bescheidene finanzielle Grundlage aufbauen, auch wenn dieses kleine Geschäft derzeit pausiert. Aktuell verdient die Mutter ihren Lebensunterhalt mit Gelegenheitsarbeiten.
Trotz ihrer lebenslangen chronischen Erkrankung und Thuns anhaltenden Mobilitätseinschränkungen konnte sie ihre Schulbildung mit Stabilität und Hoffnung fortsetzen. Dank der kontinuierlichen Unterstützung durch das Patenschaftsprogramm der SANNI Foundation schloss sie im Schuljahr 2025 erfolgreich die erste Klasse ab.
Heute gehen Thun Myat Yati und ihre Mutter ihren Weg mit Stärke und Widerstandskraft weiter. Die Familie ist zutiefst dankbar für die lebenswichtige Unterstützung, die sie in ihren schwierigsten Zeiten erhalten hat. Ihre Geschichte zeigt eindrücklich, welche Wirkung kontinuierliche und mitfühlende Hilfe der SANNI Foundation haben kann: Sie ermöglicht besonders verletzlichen Kindern wie Thun eine sicherere und hoffnungsvollere Zukunft.












